Kürzlich trafen sich die Projektpartner von „WRILAB 2“ , einem EU-Projekt, dessen schreibdidaktischer Berater ich bin, in Prag. Das Ziel des Projekttreffens bestand hauptsächlich darin, sich die in den letzten Monaten in Tschechien, Österreich, Slowenien und Italien entwickelten Schreibkurse für fremd- bzw. zweitsprachig Schreibende Schüler*innen und Schüler bzw. Studierende in der Einstiegsphase ihres Studiums gegenseitig zu präsentieren.
Vorab war ein gemeinsames Grunddesign für die Lehrgänge, die Gestaltung der Aufgabenarrangements und der einzelnen Aufgaben vereinbart worden, einschließlich notwendiger Freiräume in der Gestaltung und Materialauswahl, um bildungskulturellen Unterschieden der Partnerländer (Tschechien, Österreich, Slowenien, Italien) im allgemeinen und bzgl. der Rolle des Schreibens im Besonderen gerecht zu werden.
Bei der Umsetzung dieser Freiräume wurde auch auf Besonderheiten im Literacy Management der Partnereinrichtungen eingegangen. So verfügt z.B. die Universität Klagenfurt über ein so genanntes SchreibCenter, bei dem Nutzer*innen der Online-Kurse neben zusätzlichen Selbstlernmaterialien auch auf Workshop-Angebote und persönliche Beratung zurückgreifen können. Solche Standort-Besonderheiten sollten in der Endphase des Projekts noch konsequenter in die Aufgabenstruktur auf der e-Lernplattform des Projekts integriert werden, indem die Schreibenden immer wieder explizit auf die Nutzung solcher lokalen Angebote hingewiesen werden. Deren Nutzung könnte aber auch aufgabendidaktisch verankert werden, um auf diese Weise nicht zuletzt den Faktor des blended learning als besondere Ausprägung institutionellen und individuellen Literacy Managements zu verstärken. Somit würde das Aufgabendesign auf der Lernplattform flexibel gehalten werden, indem es durch wechselnde lokale, nicht-digitale Angebote immer wieder sinnvoll ergänzt wird.